08 juillet 2008

selbstmitleid von frau postic

Da bleibt mir nur noch übrig vor Neid zu ergrünen. Gewiss, viel haben wir schon über die Einsamkeit des Genies gehört, und noch viel mehr ehrfurchtsvoll hinein interpretiert. Wie faszinierend es doch sein mag, wenn die eigenen edlen Gedanken so ehaben sind, dass der Austausch mit Menschen nie an sie herankommt. Doch nicht jeder Misanthrop ist auch Genie.

Diese haben die Arschkarte gezogen. Gelangweilt von ihrer Dummheit und trotzdem schlau genug sie zu erkennen und für sich zu behalten, bleibt ihnen nichts anderes übrig als in der einsamen dunklen (warum bitte dunkel? scheiss-grufties..) Kammer die eigene soziale Inkompetenz zu bedauern und über die Gründe für ihre Ausgeschlossenheit zu sinnieren. Je nach Stimmung arrogant-weltverachtend oder einfach nur depressiv-sich-selbst-bemitleidend. Es spielt schliesslich keine Rolle, ob es nun die Oberflächlichkeit der Kosumgesellschaft ist oder das Nicht-Interessant-Sein für andere, dass den Misanthropen zu hause behält, denn die Welt kann sowieso auf die ganze Menschheit verzichten, und erst recht auf die mühsamen Teile davon. Wohl dem, dem es gelingt Freude zu haben, egal ob an seinen neuen Kleidern oder seiner edlen Traurigkeit. Richtig bemitleidenswert ist das nicht-Genie, dessen Lebensverneinung nicht ästethisch ist: keine Gedichte, keine Bilder, keine Musik, die aus der Tiefe des Maelstroms der Seele hervorgehen, und trotzem leidet das kleine Arschloch vor sich hin, und das völlig nutzlos.

Ich höre schon wie sich jemand aufregt. Und vor allem da ich wieder zensur am eigenen Gedanken propagiere. Wie Recht du hast, dass die Phantasie nicht nur einer Handvoll Genies gegeben ist. Ich kann jedoch nichts dafür, ich habe Selbstmitleid statt Muttermilch gekriegt. =D

Posté par arschblog à 14:07 - Commentaires [0] - Permalien [#]


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